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3. Frauenwirtschaftstag im Hohenlohekreis

Am Freitag (16.10.2020) fand der dritte Frauenwirtschaftstag im Hohenlohekreis statt, aufgrund der Corona-Pandemie erstmalig als reine Online-Veranstaltung. Die Soziologin und Anwendern für Positive Psychologie, Manuela Rukavina, referierte über das Thema „Mein Stress und Ich – Eine Liebesbeziehung?!“. Rund 55 Zuhörerinnen und Zuhörer sowie zwei Schulklassen verfolgten die Veranstaltung im Livestream.

„Mit unseren Handys gehen wir sorgsamer um als mit uns selbst“, behauptet die Soziologin Manuela Rukavina in ihrem Vortrag anlässlich der Frauenwirtschaftstage. Sobald sie weiterspricht, wird ihren Zuhörerinnen klar, dass sie damit recht hat: „Den Akku unseres Handys haben wir stets im Blick und mit einem geringen Ladestand würden wir nie in eine Videokonferenz starten.“ Viele Zuhörerinnen fühlen sich ertappt, denn kaum eine lädt ihren eigenen Akku im Alltag so regelmäßig auf wie den ihres Handys. Natürlich haben auch Männer Stress, doch die Ursache dafür sei in den meisten Fällen „nur“ die Arbeit. Bei Frauen wäre es kniffliger. Ihr Stress fuße oft auf die eigenen Anforderungen, die sie an sich stellen. „Und Frauen haben viele Hüte auf und wollen in jeder Rolle perfekt sein“, so Rukavina weiter. Und deshalb passt ihr Vortrag mit dem Titel „Mein Stress und ich – eine Liebesbeziehung?!“ so gut zu den Frauenwirtschaftstagen. Denn wer ist in der Familie neben der Arbeit für Home-Schooling, Geschenke besorgen, Feste ausrichten und vieles mehr zuständig? Das sind nun mal in aller Regel die Frauen.
Humorvoll und rhetorisch brillant gibt Manuela Rukavina den rund 80 Zuhörerinnen in ihrem Vortrag, der Corona-bedingt online stattfindet, viele praktische Tipps, wie frau im Alltag ihren Akku immer wieder laden kann. Denn, Stress mache nicht zwingend krank, wichtig sei die Erholung zwischen den aktiven Phasen. Im Live-Chat können die Zuhörerinnen Fragen stellen und so will eine Frau wissen: „Wie gehe ich mit negativen Erlebnissen um, die immer wieder passieren und die ich nicht abwenden kann, weil ich beispielsweise ein Familienmitglied pflege, das mir mit wüsten Beschimpfungen das Leben schwermacht“ Rukavinas Antwort kommt prompt: „Spielen Sie Bullshit-Bingo: Sie überlegen sich fünf Dinge, die garantiert passieren werden. Sobald Ihnen dann der entsprechende gemeine Satz, den Sie vorhergesagt haben, um die Ohren fliegt, freuen Sie sich darüber, dass Sie richtig getippt haben. So wandeln Sie ein negatives Gefühl in ein positives um.“
Nach zwei Stunden haben die Zuhörerinnen viele Ideen im Kopf, wo sie Tankstellen in ihrem Alltag finden können, um den eigenen Akku aufzuladen. Das geht von Kontakten zu Menschen, die einem gut tun über „den Kopf frei kriegen“ in der Natur bis hin zum Loslassen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Manuela Rukavina pflanzt ihren Zuhörerinnen ein Bild in den Kopf: Es geht um die Anweisung bei den Sicherheitshinweisen kurz vor einem Abflug. Im Ernstfall baumeln die Sauerstoffmasken von der Decke. Und wem sollte man diese immer zuerst aufsetzen? Sich selbst, denn nur wer selber schnaufen kann, ist in der Lage anderen zu helfen. „Der Vortrag war ein richtiger Energie Booster“, so das Fazit einer Zuhörerin.


Gemeinsame Veranstalter der Frauenwirtschaftstage im Hohenlohekreis sind die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim (Susanne Ehrmann), das Jobcenter Hohenlohekreis (Nadine Fisel), die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken (Simone Rieß), das Landratsamt Hohenlohekreis (Lisa-Marie Hemer), das Regionalbüro Netzwerk Fortbildung (Nadine König) sowie die Wirtschaftsinitiative Hohenlohe GmbH (Margot Klinger).

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Hinweis

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